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Malteser Hannover

Gott sorgt sich um das leibliche Wohl

Rund 500 Gläubige feierten Gottesdienst mit der Reliquie der Hl. Bernadette in Marienrode

10.10.2018
Im stillen Gebet vor der Reliquie der Hl. Bernadette Soubirous; Bildquelle: Lukas/Malteser

Hildesheim (mhd). Unerwartet großer Andrang in der Klosterkirche von Hildesheim-Marienrode: Rund 500 Gläubige wollten am gestrigen Dienstagnachmittag, 9. Oktober, mit Domkapitular und Malteser-Priester Dr. Christian Wirz vor der Reliquie der Hl. Bernadette Soubirous Gottesdienst feiern.

Oft wirft man der Kirche eine gewisse Leibfeindlichkeit vor. Und setzt nicht Gott das Wohl des Geistes über das Wohl des Körpers? Ein Missverständnis, wie Wirz in seiner eindrucksvollen Predigt nachwies. Gerade in Maria habe der Mensch eine Fürsprecherin bei Gott für das leibliche Wohl der Menschen. Hat nicht sie Jesus geboren, gefüttert, gebadet, getröstet, geküsst? „Keiner weiß besser als sie, dass Gott sich auch um unseren Leib sorgt.“ Wenn die Verehrung von Bernadettes Knochen „kaum so sinnvoll ist wie hier und heute“, dann, weil sie uns zeigen, „wie es um uns steht und was Gott noch mit uns vorhat,“ so Wirz. Gott heile unsere Knochen nicht, so wie er auch Bernadette nicht heilte – die in jungen Jahren an Knochentuberkulose starb. Gott ersetze unsere Knochen nicht, sondern werde sie einst verwandeln!

Nach dem Gottesdienst zogen die Gläubigen in einer Lichterprozession zwei Mal um den Innenhof des Klosters. Mitten unter ihnen eine Nachbildung der Madonnenstatue aus der Grotte von Lourdes, getragen von Mitgliedern des Malteserordens und begleitet von den Rittern vom Heiligen Grab. Danach scharten sich noch lange Menschen um den wertvollen Reliquienschrein der Heiligen Bernadette zum stillen Gebet.

Seit Montagnachmittag ist der Reliquienschrein in der Klosterkirche von Marienrode zu sehen. Der heutige Mittwoch steht ganz im Zeichen polnischer Frömmigkeit. Die Malteser erwarten dazu zahlreiche Gläubige aus dem ganzen Bistum. Allein aus Hannover werden sich mehrere Malteser-Busse auf den Weg nach Marienrode machen. Um 16.30 Uhr wird die Gottesmutter mit einer Rosenkranzandacht und polnischen Marienliedern geehrt. Der Messe um 17.30 Uhr in polnischer Sprache folgt eine Lichterprozession im Innenhof des Klosters. Danach steht eine Stärkung für die Rückreise bereit. Am morgigen Donnerstag, 11. September, wird die Reliquie dann weiter transportiert nach Maria Brünnlein im Bistum Eichstätt.

Am 11. Februar 1858 ist der Müllertochter Bernadette Soubirous in Lourdes zum ersten Mal die Gottesmutter Maria erschienen. Nach ihrem frühen Tod im Alter von 35 Jahren wurde Bernadette Soubirous von Papst Pius XI. am 14. Juni 1925 selig und am 8. Dezember 1933 heiliggesprochen. Im Zusammenhang damit hat man dem Leichnam Reliquien entnommen, die in einem kostbaren Reliquienschrein in der Krypta der Basilika der Unbefleckten Empfängnis in Lourdes aufbewahrt werden.

In diesem Jahr ist der Reliquienschrein jedoch in vielen deutschen Bistümern zu sehen, so auch in Kloster Marienrode bei Hildesheim. Organisiert wird der Besuch gemeinsam vom Verein der „Deutschen Hospitalité Notre Dame de Lourdes“, dem die Malteser angehören, und der Wallfahrtsstätte in Lourdes. Anlass ist der 25. Gründungstag der Hospitalité. Die Reise der Bernadette-Reliquie begann am 6. September in Kevelaer, Bistum Münster. Sie endet am 24. November in Trier.

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