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Malteser Hannover

Knochen brechen – Schüler helfen

Ein buntes Programm prägte den Schulsanitätstag der Malteser in der St. Ursula Schule Hannover

11.03.2019
Knochenbruch, Verbrühung, Nasenbluten – und dennoch fast gut drauf: Tanja Schreiber (links) und Jasmina Schultz beim „Tag der Schulsanitätsdienste“ der Malteser; Bildquelle: Lukas/Malteser

Hannover (mhd). Wenn Schüler Knochenbrüche modellieren und sich am Feuerlöscher austoben – dann haben wohl die Malteser in der Diözese Hildesheim ihre Hand im Spiel. „Realistische Notfalldarstellung (RND)“ und Brandbekämpfung waren nur zwei der Programmpunkte des „Tag der Schulsanitätsdienste“ am Samstag, 9. März, an der St. Ursula-Schule in Hannover.

Kunstblut fließt über seinen Unterarm, der gebrochene Knochen ist deutlich zu sehen. Keine Frage: Tim hat ein ernstes Problem. Was tun? Zuerst auf den Boden legen um einen Schock aufzufangen? Oder erst den offenen Knochenbruch verbinden? Aber wie? Für einen Moment kommt echte Hektik auf, als Florian seinem Mitschüler Tim Erste Hilfe leistet – unter den Ratschlägen von Schülerin Eva-Maria und den wachsamen Augen von Bernhard Glasow, der als Gründer des Schulsanitätsdienstes der Malteser in der Diözese Hildesheim gilt. Hier sieht er die Früchte seiner jahrzehntelangen Arbeit. „Lasst Euch nicht in Unruhe bringen, sondern überlegt erst, bevor ihr handelt“, rät er später den Schulsanitätern. Doch ansonsten gilt: Wäre Tim ein echter Notfall gewesen, hätte er mit den Malteser-Schulsanitätern richtig Glück gehabt.

Der 13-jährige „Patient“ Tim geht auf das Goethe-Gymnasium in Hildesheim, sein „Ersthelfer“ Florian (16) auf die dortige Marienschule. Von der St. Ursula-Schule in Hannover kommt Eva-Maria, ebenfalls 16 Jahre alt. Alle drei eint, dass sie an ihren Schulen zu den Malteser-Schulsanitätern gehören und sich diesen Samstag frei genommen haben, um sich weiterzubilden – zum Beispiel in „Realistischer Notfalldarstellung“, also dem lebensechten Anschminken von Wunden, oder beim Thema Brandbekämpfung und Katastrophenschutz. Auch Organspende und Psychosoziale Notfallvorsorge waren Themen spannender Vorträge und dann natürlich das ausgiebige „Fallbeispiel-Training“. Denn es ist zwar schön, wenn man einen offenen Knochenbruch darstellen kann – die Erste Hilfe in einem solchen Fall muss aber immer wieder trainiert werden.

Rund 100 Schülerinnen und Schüler aus Hildesheim, Hannover, Braunschweig, Celle, Wolfsburg und Buxtehude waren mit Lehrern und Betreuern in die St. Ursula-Schule gekommen und wurden begrüßt von Marie-Rose Freifrau von Boeselager. Die Diözesanoberin der Malteser in der Diözese Hildesheim erinnerte in ihrem Grußwort daran, dass Schulsanitäter nicht nur manchmal Leben retten, sondern auch zum Frieden in unserer Gesellschaft beitragen. „Menschen, die sich für andere einsetzen, sind der soziale Kitt unserer Gesellschaft,“ so die Diözesanoberin. „Nichts braucht unsere Gesellschaft heute mehr als Menschen wie Euch.“

Der „Tag der Schulsanitätsdienste“ war von den Malteser-Diözesanreferenten für Jugend und Schule vorbereitet worden gemeinsam mit Lehrerin Sabine Petzel von der St. Ursula-Schule Hannover, die den dortigen Malteser-Schulsanitätsdienst seit beinahe 25 Jahren leitet. Viele externe Referenten, unter anderem von Freiwilligen Feuerwehren und der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO), trugen zum Gelingen des Tages bei, ebenso der Verpflegungstrupp der Malteser Hannover, der für ein schmackhaftes Mittagessen sorgte.

Die Schulsanitätsdienste der Malteser in der Diözese Hildesheim wurden 1995 gegründet, maßgeblich von Referent Bernhard Glasow, der das Motto prägte: „Hände, die helfen, schlagen nicht.“ Die Idee dahinter ist, Jugendliche schon in der Schule für Erste Hilfe zu begeistern und ihnen zu zeigen, wie sie im Notfall helfen können. Heute betreuen die Malteser rund 300 Schulsanitäterinnen und Schulsanitäter an etwa 40 Schulen in der ganzen Diözese Hildesheim. Dieser „Tag der Schulsanitätsdienste“ war erst der zweite nach einer ersten solchen Veranstaltung 2002.

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